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Neue Erkenntnisse zu chirurgischen Wundinfektionen nach Lebertransplantation

Eine aktuelle Studie beleuchtet die Häufigkeit, Risikofaktoren für eine chirurgische Wundinfektion (englisch surgical site infection, SSI) und deren Bedeutung für Patienten- und Transplantatoutcomes bei Lebertransplantationen. Durchgeführt im Rahmen der Swiss Transplant Cohort Study liefert die Forschung wertvolle Daten zu Infektionsraten, Risikofaktoren und möglichen Präventionsstrategien.

Die Lebertransplantation ist eine lebensrettende Massnahme, birgt jedoch Risiken wie SSIs, die zu Komplikationen, längeren Krankenhausaufenthalten und sogar Transplantatversagen führen können. Eine Studie von Schreiber und Kollegen untersuchte 1.158 Lebertransplantationspatienten über 12 Jahre und stellte fest, dass 6 Prozent innerhalb von 90 Tagen eine SSI entwickelten – eine geringere Rate als bisher berichtet. Die häufigste Infektionsart waren sogenannte «organ space infections», die tiefere Gewebeschichten und den Raum direkt um das Transplantat betreffen.

Zu den Hauptrisikofaktoren zählten frühere Lebertransplantationen und Lebendspenden. SSIs wurden zudem mit einem erhöhten Risiko für Transplantatversagen und Tod innerhalb eines Jahres in Verbindung gebracht, was die Notwendigkeit verbesserter Präventionsstrategien unterstreicht.

Die Prävention von SSIs erfordert eine Kombination verschiedener Massnahmen. Während bestimmte Risikofaktoren, wie die Komplexität der Operation, nicht vermeidbar sind, können andere beispielsweise durch eine bessere Blutzuckerkontrolle, intraoperatives Aufrechterhalten einer Normothermie und optimierte Vorbereitung des Operationsgebietes angegangen werden. Studien haben zudem gezeigt, dass gebündelte Interventionen effektiver sind als einzelne Massnahmen.

Das Universitätsspital Zürich spielt eine zentrale Rolle in der Swiss Transplant Cohort Study und stellt ein Drittel der erfassten Patienten. Als führendes Transplantationszentrum liefert das USZ essenzielle klinische Daten und biologische Proben, um die Forschung zur Lebertransplantation und Infektionsprävention voranzutreiben.

Diese Studie unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Forschung, um Präventionstechniken und Antibiotikastrategien zu verbessern. Durch kontinuierliche Anstrengungen können Mediziner dazu beitragen, SSIs zu reduzieren und die Ergebnisse für Lebertransplantationspatienten zu optimieren.

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