Bronchitis

Das häufigste und deutlichste Anzeichen für eine Bronchitis ist Husten. Dieses auffällige Bronchitis-Symptom entsteht, wenn sich die Schleimhäute der Bronchien entzünden, also die feinen Verzweigungen der Atemwege zwischen der Luftröhre und der Lunge. Sie kann verschiedene Ursachen haben, und es gibt unterschiedliche Formen wie die akute Bronchitis und die chronische Bronchitis.

Eine akute Bronchitis kann ansteckend sein und ist häufig folge einer durch Viren verursachten Atemwegsinfektion. Je nach Ursache der Atemwegserkrankung kann auch die Bronchitis-Therapie unterschiedlich ablaufen: Eine akute Bronchitis verursacht durch einen viralen Atemwegsinfekt und heilt in der Regel von selbst aus, in anderen Fällen wird Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt gegen die Bronchitis ein Medikament verordnen. Besteht eine aktive Rauchgewohnheit, ist der Rauchstopp bei der chronischen Bronchitis die wichtigste Therapiemassnahme.

Was ist eine Bronchitis?

Von Bronchitis spricht man, wenn sich die Schleimhäute der Bronchien entzündet haben. Die Bronchien ähneln den Ästen eines Baumes, die vom Stamm ausgehend immer dünner werden. Die kleinsten Verzweigungen am Ende der Bronchien werden Bronchiolen genannt; sie führen Atemluft in das Gewebe der Lunge mit seinen Millionen von winzigen Lungenbläschen (Alveolen). Lunge und Bronchien gehören zu den unteren Atemwegen, während der Nasen- und Rachenraum die oberen Atemwege bilden.

In der Schweiz werden jährlich etwa 10.000 Betroffene wegen einer akuten Bronchitis im Spital behandelt, vor allem in den Wintermonaten. Hinzu kommen zahlreiche Patientinnen und Patienten, die an einer chronischen Bronchitis oder einer anderen Atemwegserkrankung leiden.

Ob eine Bronchitis chronisch oder akut genannt wird, hängt unter anderem davon ab, wie häufig die Bronchitis-Symptome bei den Erkrankten auftauchen und wie lange sie jeweils andauern.

Akute Bronchitis

Die akute Bronchitis beginnt typischerweise im Winter – mit Husten, der von Fieber und Halsschmerzen begleitet sein kann. Bei Betroffenen, die ansonsten gesund sind, dauert eine akute Bronchitis meistens nicht länger als sieben Tage bis drei Wochen. Oft kann das eigene Immunsystem die Atemwegserkrankung in dieser Zeit erfolgreich bekämpfen, ohne dass gegen die Bronchitis Medikamente eingesetzt werden müssen. Frauen und Männer sind etwa gleich oft betroffen, auch bei Kindern und Jugendlichen tritt die akute Bronchitis häufig auf.

Chronische Bronchitis

Eine Bronchitis ist chronisch, wenn sie in zwei aufeinanderfolgenden Jahren so oft erscheint, dass sie in jedem dieser Jahre mindestens drei Monate lang an den meisten Tagen Husten mit Auswurf erzeugt. Ein solcher Husten wird „produktiver“ Husten genannt. Anders als bei der akuten Bronchitis, die meistens durch Viren hervorgerufen wird, ist die Ursache für chronische Bronchitis vor allem das Rauchen. Betroffen von chronischer Bronchitis sind vor allem ältere Männer.

Ursachen: Wie entsteht eine Bronchitis?

Als Verursacher einer Bronchitis kommen verschiedene Auslöser infrage. Meistens sind es Erreger wie Viren und Bakterien. Sie bewirken, dass die Bronchitis ansteckend (infektiös) ist. Es gibt aber auch nicht-infektiöse Bronchitis-Ursachen.

Ursachen für ansteckende Bronchitis

  • Viren sind die häufigste Ursache für eine akute Bronchitis. Zu diesen Erregern gehören unter anderem Rhinoviren, die auch Schnupfen und Erkältungen erzeugen, aber auch Herpesviren, Grippeviren, respiratorische Synzytial-Viren (RSV) und Metapneumoviren. Sie alle bewirken, dass die von ihnen erzeugte Bronchitis ansteckend ist.
  • Bakterien können ebenfalls eine akute Bronchitis auslösen. Häufig sind sie nicht die alleinige Ursache, sondern befallen die Schleimhaut der Bronchien, nachdem sie schon von Viren angegriffen worden ist. Eine solche Entzündung wird „bakterielle Superinfektion“ genannt. Verschiedene Bakterienarten können eine ansteckende Bronchitis erzeugen, unter anderem Mykoplasmen, Chlamydien, Streptokokken und Staphylokokken.
  • Pilze kommen in seltenen Fällen ebenfalls als Bronchitis-Ursache infrage, vor allem bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.

Ursachen für nicht-ansteckende Bronchitis

  • Reizstoffe wie Ammoniak, Schwefeldioxid sowie verschiedene Säuren und Gase können beim Einatmen die Bronchialschleimhaut schädigen und eine Entzündung auslösen.
  • Allergene, zum Beispiel Staub oder Blütenpollen, können bei Menschen mit Allergien eine akute allergische Bronchitis hervorrufen. Wenn zu den allergischen Reaktionen auch Asthma gehört, spricht man von einer asthmatischen Bronchitis.
  • Tabakrauch ist der häufigste Auslöser für eine chronische Bronchitis.
  • Staub, verschmutzte Luft und Chemikalien (zum Beispiel am Arbeitsplatz) können ebenfalls eine chronische Bronchitis erzeugen.

Symptome: Wie zeigt sich eine Bronchitis?

Trockener Husten ist oft das erste Erkennungszeichen für eine akute Bronchitis. Ein solcher Husten ohne Auswurf wird „unproduktiver“ oder trockener Husten genannt. Bei einer Bronchitis schwellen die Schleimhäute der Bronchien an und entzünden sich. Nach wenigen Tagen führt die Entzündung häufig dazu, dass die Bronchien Schleim produzieren, der einen „produktiven“ Husten mit Auswurf erzeugt. Wer bei einer Bronchitis Husten hat, erlebt dabei oft Schmerzen und ein wundes Gefühl im Brustkorb. Auch das Atmen kann schmerzhaft sein, wenn Sie unter einer akuten Bronchitis leiden. Weitere Symptome können (aber müssen nicht zwangsläufig) hinzukommen:

  • leichtes Fieber
  • Schnupfen
  • Halsschmerzen, geröteter Rachen
  • Gliederschmerzen
  • geschwollene Lymphknoten im Bereich des Halses
  • rasselnder oder pfeifender Atem
  • Atemnot

Auch wenn eine Bronchitis in vielen Fällen ähnlich wie eine Erkältung von allein vorübergeht, kann sich eine unkomplizierte Bronchitis verschlechtern. Dann besteht die Gefahr, dass sie zu einer komplizierten Bronchitis mit einem schweren Verlauf wird. Zögern Sie deshalb nicht, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn sich Ihre Bronchitis-Symptome verschlimmern oder wenn Sie das Gefühl haben, Ihre Bronchitis wird nach einigen Tagen nicht besser. Wenn Bronchitis bei Babys oder Kleinkindern auftritt, sollten Sie in jedem Fall frühzeitig ärztlichen Rat suchen.

Diagnose: Wie lässt sich eine Bronchitis feststellen?

Um eine Bronchitis-Diagnose erstellen zu können, wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin zunächst nach Ihren Beschwerden (oder denen Ihres Kindes) fragen und anschliessend mit der Untersuchung beginnen. Das Abhören (Abhorchen) des Brustraums mit einem Stethoskop lässt erkennen, ob Lunge und Bronchien beeinträchtigt sind. Auch die Sauerstoffsättigung wird bestimmt. Möglicherweise ist es erforderlich, die Bronchitis-Erreger zu bestimmen oder Entzündungswerte zu ermitteln. Das ist mithilfe einer Blutuntersuchung möglich.

In einigen Fällen wird auch ausgehusteter Schleim im Labor untersucht und kann Auskunft über die Bronchitis-Ursache geben. Eine Röntgenuntersuchung könnte notwendig werden – denn eine genaue Untersuchung kann andere Atemwegserkrankungen ausschliessen, die sich zum Teil ähnlich äussern wie Bronchitis:

  • Bronchiolitis erzeugt vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern Atemnot. Die Erkrankung befällt die Bronchiolen, die feinsten Verzweigungen der Bronchien. Verursacher der Bronchiolitis sind meistens Viren, vor allem Respiratorische Synzytial-Viren (RSV).
  • Bronchiektasen sind bleibende Aussackungen der Bronchien und Bronchiolen. In ihnen bildet sich zäher Schleim, der sich nur schwer abhusten lässt.
  • Pneumonie (Lungenentzündung) kann verschiedene Ursachen haben – eine davon ist die chronische Bronchitis, bei der sich die Entzündung der Bronchien zu einer sogenannten Bronchopneumonie ausweitet.
  • COPD ist die Kurzform für eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Sie entsteht häufig bei Rauchern und sorgt für eine dauerhafte Schädigung der Lunge.
  • Lungenemphysem ist die Bezeichnung für eine Zerstörung bestimmter Gewebeteile, oft in Verbindung mit COPD. Auch hier ist Tabakrauch die häufigste Ursache.

Prognose: Wie verläuft eine Bronchitis?

Häufig beginnt die akute Bronchitis mit einer Erkältung – mit einer Entzündung der oberen Atemwege. Von hier aus kann sich die Infektion in die unteren Atemwege ausbreiten und die Bronchien befallen. Meistens ist die akute Bronchitis ansteckend (infektiös).

Der Zeitraum zwischen dem Eindringen der infektiösen Bronchitis-Erreger in den Körper und dem Beginn der ersten Bronchitis-Symptome ist oft kurz: Wenn Viren die Auslöser sind, beträgt die Inkubationszeit bei Bronchitis nur einen Tag. Bakterien brauchen dagegen mehrere Tage, bis sie die Schleimhäute der Bronchien infiziert haben. Sie stammen meistens aus dem Mund- und Rachenraum; wenn sie die von Viren vorgeschädigte Bronchialschleimhaut befallen, können sie hier erneute Entzündungen verursachen.

Die akute Bronchitis verläuft typischerweise so, dass ihr Höhepunkt nach einigen Tagen erreicht ist und dann allmählich abklingt. Der Husten kann aber noch bis zu drei Wochen andauern. Danach ist die akute Bronchitis meistens ausgeheilt.

Der Verlauf einer chronischen Bronchitis erstreckt sich dagegen über Monate oder Jahre. Atemnot, vor allem bei körperlicher Belastung, sowie hartnäckiger Husten können zu häufigen oder sogar ständigen Begleitern der Betroffenen werden.

Therapie: Wie wird Bronchitis behandelt?

Nicht immer sind bei einer akuten Bronchitis Medikamente die erste Wahl. Das gilt vor allem für Antibiotika, die zur Behandlung der häufigsten Bronchitis-Ursache ungeeignet sind: Viren lassen sich mit Antibiotika nicht bekämpfen. Wichtig für die Bronchitis-Behandlung ist aber die ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit – trinken Sie also möglichst viel. Auch Hustenmittel, Inhalationen und abschwellend wirkende Nasentropfen können Ihnen Erleichterung verschaffen, bis Ihre Bronchitis-Symptome abgeklungen sind.

Ob Sie vielleicht zusätzlich Medikamente benötigen, ist eine Entscheidung, die Sie in die Hände Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes legen sollten. Möglicherweise wird man Ihnen ein Kortison-Präparat oder ein Bronchien-erweiterndes Mittel verschreiben. Oder, sofern Bakterien ihre Bronchien angegriffen haben, ein gegen diese Erreger wirkendes Antibiotikum.

Falls Sie unter chronischer Bronchitis leiden, sind Sie sicher schon in ärztlicher Behandlung; andernfalls sollten Sie nicht zögern, dies nachzuholen. Und wenn Sie Raucherin oder Raucher sind, wissen Sie sicher, dass die wirkungsvollste Therapie darin besteht, Ihre Lunge und Ihre Bronchien vor Tabakrauch zu schützen. Das heisst: mit dem Rauchen aufzuhören.

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