Chirurgische Therapie von gutartigen Veränderungen am Kehlkopf
Im Kehlkopf kann es durch mechanische oder chemische Belastung zu gutartigen Veränderungen kommen. Ein Befall des Kehlkopfs durch autoimmune Erkrankungen oder systemische Erkrankungen mit narbigen Veränderungen sind ebenfalls möglich. Meistens machen sich diese durch ein Fremdkörpergefühl, Heiserkeit oder Schluckbeschwerden bemerkbar. Die Abklärung von gutartigen Veränderungen am Kehlkopf beinhaltet eine genaue Erhebung der Patientengeschichte zur Erfassung von möglichen Auslösern und eine Spiegelung (Endoskopie) des Kehlkopfes. Kann eine bösartige Erkrankung nicht ausgeschlossen werden ist eine chirurgische Entfernung in Narkose nötig. Diese Operation erfolgt durch den Mund, wobei häufig der Laser verwendet wird. Bei gutartigen Veränderungen legen die Kollegen und Kolleginnen der Phonatrie die weiteren Behandlungsschritte fest.
Behandlung bösartiger Kehlkopftumoren
Die Abklärung von bösartigen Kehlkopftumoren erfolgt analog zur Abklärung bei gutartigen Veränderungen am Kehlkopf. Eine Anmeldung für eine Abklärung ist über eine Zuweisung in die «Intake-Sprechstunde» möglich. Neben einer Endoskopie mit Gewinnung von Gewebeproben, wird auch eine Untersuchung der Halslymphknoten mit Ultraschall und eine Schichtbildgebung (CT oder MRT) durchgeführt.
Häufigster Risikofaktor für die Entstehung von Rachenkrebs ist das Rauchen. Für eine erfolgreiche Behandlung sollte möglichst mit dem Rauchen aufgehört werden, wofür Patienten auch die Rauchstopp-Sprechstunde überwiesen werden können. Zusätzlich erfolgt eine Evaluation des Schluckens durch die Logopädie und des Ernährungszustandes (Ernährungsberatung).
Die Behandlung wird am interdisziplinären Hals- Kopf-Tumorboard diskutiert und auf den Patienten zugeschnitten. Je nach Art des Tumors und Ausdehnung wird eine chirurgische Behandlung oder einer Strahlentherapie oder die kombinierte Therapie empfohlen. Frühstadien können kehlkopferhaltend behandelt werden. Bei ausgedehnten Tumoren ist eine Entfernung des Kehlkopfes nötig. Patienten und Patientinnen werden nach Abschluss der Behandlung eines bösartigen Tumors über einen Zeitraum von mindestens 5 Jahren an unserer Klinik in der interdisziplinären Tumorsprechstunde nachgesorgt.
Anlage- oder Verschluss von einem Luftröhrenschnitt (Tracheotomie)
Bei einer schweren Verletzung oder Erkrankung mit Einengung der Atemwege oder bei länger notwendiger Beatmung kann zur Sicherung der Atemwege ein Luftröhrenschnitt (Tracheotomie) durchgeführt werden. Bei einer Tracheotomie wird die die Luftröhre (Trachea) von aussen eröffnet und eine Kanüle eingelegt, wodurch die Atmung unter Umgehung der Engstelle ermöglicht wird. Wird dies nicht mehr benötigt, kann der Luftröhrenschnitt rückgängig gemacht werden.